• Armutsnetzwerk

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Am Sonntag, den 19.11.2017 verstarb Rainer Schröder aus Waldbröl.

 

Ein langgezogenes „Naa-a“ tönte aus dem Telefonhörer, wenn man Rainer an die Strippe bekam. So als wollte er neugierig und aufmerksam immer alles auf einmal hören, was es zu besprechen gab.

 

Viele Jahre arbeiteten wir gemeinsam in dem Fachausschuss PSS der BAGW und in der AG Partizipation der Nationalen Armutskonferenz sowie bei vielen anderen Anlässen. Der Verlust für uns persönlich und für viele Betroffenen ist schwer in Worte zu fassen. In den Jahren, die wir uns kannten, war Rainer immer ein aufgeschlossener, angenehmer und einladender Mensch.

Viele Jahre engagierte sich Rainer für die Wohnungslosen – den Einzelnen konkret ermutigend und im Großen mit Blick für die Gesamtheit. Dabei immer klar in Worten und Taten. Er war ein Beispiel dafür, dass man - wenn auch selbst in prekären Verhältnissen lebend - sich uneigennützig engagieren kann.

Machen wir weiter im Sinne von Rainer, damit die Wohnungslosen sich selbst eine Stimme erschaffen. Vielleicht hören wir ihn dann im Stillen fragen: „Naa-a, ist´s vorangekommen?“

 

Jürgen, Michael und viele Mitglieder des Armutsnetzwerk e.V.

Bildquelle_SusanneHahmann

 

PRESSEMITTEILUNG

„ ….. und ohne Wohnung ist alles nichts!“

Bundestagung der Wohnungslosenhilfe beginnt in Berlin

Berlin, 15.11.2017. Heute beginnt die dreitägige Bundestagung der BAG Wohnungslosenhilfe (BAG W), des Dachverbandes der Wohnungslosenhilfe in Deutschland, in Berlin. Knapp 900 Teilnehmende und Mitwirkende aus Sozialarbeit, Verbänden, Kommunen, Wohnungswirtschaft, Wissenschaft und Betroffenenorganisationen diskutieren die drängenden Fragen und Probleme, mit denen sich die Hilfen im Wohnungsnotfall in fast allen Regionen des Landes auseinandersetzten müssen.

Angesichts von 860.000 Menschen, die im Jahr 2016 in Deutschland ohne Wohnung sind, darunter über 50.000 Menschen, die ohne jede Unterkunft auf der Straße leben, ist das Thema der Versorgung wohnungsloser Menschen mit einer eigenen Wohnung zentral.

  • Welche Aufgaben und Verantwortung tragen Bund, Länder und Kommunen?
  • Welche effektiven Instrumente zur Wohnraumversorgung lassen sich einsetzen?
  • Welche Rahmenbedingungen werden benötigt?

Dies sind einige der Leitfragen, die auch im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion stehen, die unter Beteiligung von Stephan von Dassel, Bezirksbürgermeister des Bezirks Mitte von Berlin, Martin Lenz, Bürgermeister, Karlsruhe, Florian Pronold, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt und Bau, Sebastian Scheel, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Berlin, und Thomas Specht, Geschäftsführer, BAG Wohnungslosenhilfe, stattfindet.

„Wir fordern einen Wohnungsgipfel und einen Nationalen Aktionsplan zur Überwindung der Wohnungsnot. Angesichts der dramatisch hohen Zahl von Wohnungslosen muss die Lebenslage verarmter und wohnungsloser Menschen endlich auch von der Bundespolitik zur Kenntnis genommen werden. Sofort-Maßnahmen gegen den weiteren Anstieg der Wohnungslosigkeit gehören in einen Koalitionsvertrag“, erklärte Karin Kühn, Vorsitzende der BAG W zur Beginn der Tagung.

Bis kommenden Freitag stehen weitere wichtige Themen im Fokus, dazu gehören u.a.: die rechtskonforme und menschenwürdige Unterbringung wohnungsloser Menschen, die absoluten Armutslagen von EU-Zuwanderern und die Auswirkungen des verschärften Leistungsrechts für Unionsbürgerinnen und –bürger.

Die psychische und physische Gesundheit wohnungsloser Menschen, bedarfsgerechte Hilfen für junge, ebenso wie die ältere wohnungslose Menschen, Hilfen für Frauen in einer Wohnungsnotfallsituation, aber auch die Begleitung sterbender wohnungsloser Menschen werden neben weiteren Fragestellungen in zahlreichen Foren bearbeitet.

Die Bundestagung ist die zentrale Tagung der BAG Wohnungslosenhilfe.

Pressekontakt:

Werena Rosenke, stellvertretende GF, Leitung Presse / ÖA, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Kölner Diözesan-Caritasverband kritisiert Pläne der Bundesagentur für Arbeit – „Keine gesetzliche Grundlage

 

 

 

Als weiteren Akt der Erniedrigung Arbeitsloserbezeichnet Michaela Hofmann, Armuts-Referentin des Kölner Diözesan-Caritasverbandes, die Ausgabe von Arbeitslosengeld I und II an Supermarktkassen. „Arbeitslose werden wieder einmal nur als Kostenverursacher bloßgestellt. Vom Anspruch des Grundgesetzes einer menschenwürdigen Behandlung ist das weit entfernt.“

Am Wochenende waren Pläne der Bundesagentur für Arbeit (BA) bekannt geworden, wonach Empfänger von Arbeitslosengeld I und II ab April 2018 in dringenden Fällen Geld an Supermarktkassen abheben können. Das Verfahren richtet sich laut BA an Menschen, die kein eigenes Konto haben oder im Ausnahmefall einen Vorschuss brauchen.

 

In Wahrheit geht es nicht darum, Arbeitslosen das Leben zu erleichtern, sondern Kosten zu sparen“, so Hofmann. Bislang können sich Arbeitslose Bargeld an Kassenautomaten in Jobcentern und Arbeitsagenturen auszahlen lassen. Diese insgesamt 309 Automaten sollen nun aus Kostengründen abgebaut werden.

 

Mit der Auszahlung von Sozialleistungen über Supermärkte werden staatliche Aufgaben über nicht befugte Dritte abgewickelt. Dazu gibt es keine gesetzliche Grundlage“, so Hofmann weiter. Geplant ist, dass Arbeitslose für die Transaktion an der Supermarktkasse einen Zettel mit Barcode vorlegen müssen. Aus Sicht von Hofmann ist das diskriminierend: „Jeder in der Schlange kann sehen, ob jemand arbeitslos ist oder nicht.“

 

Der Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e.V. ist der Dachverband der katholischen Wohlfahrtspflege im Erzbistum Köln. Ihm sind 250 Mitglieder als Träger von mehr als 2.000 Diensten und Einrichtungen im Rheinland und den angrenzenden Kreisen angeschlossen. Das Spektrum reicht von Krankenhäusern über Altenheime bis zu Kindergärten und Beratungsstellen, wie etwa Schwangerschafts- oder Schuldnerberatung. Der Diözesan-Caritasverband berät seine Einrichtungen und Dienste in wirtschaftlichen Fragen und vertritt sie in Kirche, Gesellschaft und Politik.

Kontakt:

Markus Harmann

Georgstraße 7, 50676 Köln

Telefon 0221 2010-284

Telefax 0221 20 10-130

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

www.caritasnet

 

 

AWO legt Analyse von Armutsursachen vor

Berlin, 16. März 2017. Über die Definition von Armut und über Armutssymptome wird viel gesprochen. Aus Sicht der AWO ist es aber mindestens genauso wichtig die Ursachen - also die Gründe für Armut zu untersuchen. Das hat die  AWO getan und veröffentlicht  heute eine umfassende Analyse von institutionellen und strukturellen Armutsursachen mit dem Titel: „Selber schuld? Analyse der AWO von strukturellen und institutionellen Armutsursachen“. „Die Analyse von Armutsursachen zeigt klar, dass strukturelle und institutionelle Rahmenbedingungen Armut und soziale Ungleichheit verursachen und den sozialen Aufstieg verhindern. Es ist an der Zeit, das zu ändern“, erklärt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler.  Aus diesem Grund werden im Anschluss an die Analyse politische Schlussfolgerungen abgeleitet.

So schützt beispielsweise Erwerbstätigkeit nach wie vor am effektivsten gegen Einkommensarmut, aber gleichzeitig sind immer mehr erwerbstätige Personen armutsgefährdet. Die Ursache dafür liegt in  den strukturellen Veränderungen des Arbeitsmarktes bspw. durch die Zunahme von atypischer Beschäftigung wie Leiharbeit, Minijobs, Teilzeit und prekärer Selbstständigkeit. Auch wenn Menschen bereits vor einer Erkrankung in schwierigen finanziellen Verhältnissen lebten, vermag es das Sozialsystem in seiner derzeitigen Ausgestaltung nicht, Menschen im Krankheitsfall ausreichend abzusichern. Die Kosten für ärztliche Behandlungen, Medikamente, Heil- und Hilfsmittel sowie Pflegedienstleistungen sind für viele Menschen zu hoch und Unterstützungsleistungen zu gering.

Die soziale Ungleichheit wächst. „Armut und soziale Ungleichheit sind längst keine Randphänomene mehr, die einfach als individuelles Versagen abgetan werden können. Das Problem muss an den Wurzeln gepackt werden“, fordert Wolfgang Stadler. Wer in Armut lebt, wird von der Gesellschaft häufig stigmatisiert und ausgegrenzt. Zugleich müssen die Betroffenen mit ihren geringen finanziellen Ressourcen auskommen. Ihre Möglichkeiten, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, sind stark begrenzt, sie werden häufiger krank und haben im Durchschnitt eine kürzere Lebenserwartung.

Das Analysepapier der AWO „Selber schuld? Analyse der AWO von strukturellen und institutionellen Armutsursachen“ strebt zwei Ziele an:

  • Auf der Basis einer gesellschaftskritischen Analyse der strukturellen und institutionellen Armutsursachen werden politische Forderungen abgeleitet, die die strukturelle und institutionelle Ebene adressieren und somit eine echte Armutsbekämpfungspolitik initiieren sollen.
  • Mit der Darstellung der strukturellen Einflüsse auf die Chancenlage der Betroffenen soll die Diskursebene beeinflusst werden und sowohl Aufklärungs- als auch Sensibilisierungsarbeit geleistet werden. Dadurch sollen Vorurteile gegenüber Menschen, die von Armut betroffen sind, aufgebrochen und Stigmatisierungen aufgehoben werden. Denn nicht nur durch die Tatsache, dass die soziale Ungleichheit wächst, die Armutszahlen steigen und die soziale Mobilität sinkt, sondern auch durch das mangelnde Verständnis der Gesellschaft den von Armut betroffenen Menschen gegenüber, wird der soziale Zusammenhalt gefährdet.

Die AWO engagiert sich gemeinsam mit anderen Organisationen aktiv in dem Bündnis „Reichtum umverteilen – ein gerechtes Land für alle!“.

i. A. Mona Finder

AWO Bundesverband e. V.

Pressesprecherin

 T.: + 49 (0)30 26 309 222

F.: + 49 (0)30 26 309 32 222

Mobil: +49 (0)172 - 261 50 14

www.awo.org

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