• Armutsnetzwerk

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Erstmalig nimmt das Armutsnetzwerk an der Berliner Freiwilligenbörse teil. Besuchen Sie uns an unserem Stand, informieren Sie sich über unsere Arbeit und über die Mitarbeit in der Nationalen Armutskonferenz..

Die Arbeit im Armutsnetzwerk wird ausschließlich ehrenamtlich und freiwillig erbracht, es gibt so keine Differenzen mit hauptamtlichen Mitarbeitern. Auch besteht keine Gefahr, dass Ehrenamtliche reguläre Arbeitsplätze ausfüllen oder Pflichtaufgaben der öffentlichen Hand übernehmen.

Viele Hauptamtliche haben Angst, von Ehrenamtlichen ersetzt zu werden. Wir leben in schwierigen Zeiten, klassische Arbeitsformen werden aufgelöst, dafür gibt es befristete Stellen, Ein-Euro-Jobs und Praktika. Ich weiß von einer Frau mit Einjahresvertrag im sozialen Bereich, die ein Aufgabenportfolio für eine Ehrenamtliche erstellen musste und genau wusste, dass sie ihre eigene Ablösung vorbereitet. Die Devise: „Wir schaffen es nicht allein und brauchen mehr Ehrenamtliche“ heißt häufig übersetzt: Stellen werden gekürzt. Es gibt Verbände, die die eigentlich wünschenswerte Engagement-Euphorie knallhart ausnutzen.

Ja, der so genannte „schlafende Riese“. Es wird oft darüber diskutiert, wie man dieses Potenzial ausschöpfen kann. Hier ist die Politik gefragt. In Deutschland oder im Ausland ist Engagement dann gewachsen, wenn der Wohlstand gestiegen ist und die Sozialstaatlichkeit wenigstens stabil geblieben ist. Wenn es den Menschen insgesamt schlechter geht, nehmen nicht plötzlich alle die Dinge selbst in die Hand. Es geht nicht, den Sozialstaat herunterzufahren und darauf zu setzen, dass die Ehrenamtlichen alles auffangen. Da braucht man eine gewisse Existenzsicherheit. Tendenziell engagieren sich auch eher die besser ausgebildeten und besser situierten Menschen. Wer hingegen täglich ums eigene Überleben kämpft, kann sich nicht auch noch um andere kümmern. Förderpolitik muss mehr bedeuten, als „Helden des Alltags“ zu feiern. Es heißt, Beteiligung und Kontroverse zuzulassen. Aber grundsätzlich: Jede Engagement-Diskussion ist überflüssig, wenn man nicht berücksichtigt, dass eine vernünftige Existenzsicherung die Basis ist.

Trotzdem, wir nehmen teil, weil Armutsbekämpfung auf nationaler und internationaler Ebene von den Betroffenen geleistet werden muss. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel „Betroffene haben keine Lobby“

Robert Trettin
Mitglied im Armutsnetzwerk e. V.
Stellv. Sprecher der Nationalen Armutskonferenz