• Armutsnetzwerk

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 Das ehrenamtliche, bürgerschaftliche Engagement wird in besonderer Weise in allen Bereichen der Politik positiv gewürdigt und herausgestellt (Ehrungen, Dankesreden, Lobreden usw.).

Dies vernebelt jedoch die ständig ansteigenden Probleme, die sich durch die praktische Arbeit vor Ort oft als sehr schwierig und unakzeptabel erweisen.

Die so genannten „Dritte Sektor-Organisationen“ sind zwar die Garanten einer effizienten und bürgernahen Bewegung, sie werden aber weder von den amtlichen Statistiken erfasst und oftmals entsprechend auch nicht in die aktuellen gesellschaftspolitischen Diskussionen mit einbezogen. wenn es um  notwendige Veränderungs- oder Anpassungsprozesse geht. Eine finanzielle Unterstützung ist zwar in Teilbereichen vorhanden, aber in der Konstanz überaus fragil. Was vor allem fehlt ist die praktische und ideelle Unterstützung, wenn es um Probleme und Schwierigkeiten geht.

Millionen Ehrenamtliche arbeiten in Deutschland in Tafeln, Hospizen, Kleiderkammern, Kulturlogen, in der Pflege, der Kinderbetreuung usw. Alles unbezahlt, alles fürs Gemeinwohl. Sie stopfen Löcher, die politische Entscheidungen ins Sozialwesen, in die Bildung und die Infrastruktur gerissen haben und reißen.

Es ist dringend an der Zeit, sich politisch diesem Dritten Sektor verstärkt zuzuwenden -  denn dieses so wichtige Ehrenamt droht zu entgleiten.

Missbrauch innerhalb des bürgerschaftlichen Engagements ist an der Tagesordnung und dieser Trend ist steigend. Es handelt sich dabei nicht um einzelne schwarze Schafe sondern um ganze Herden, z. B.:

 Kommerzielle Interessen hebeln bürgerschaftliches Engagement aus.

  • Gute, namhafte Projekte werden kopiert um Spenden abzuzocken, weil nicht wenige erkannt haben, dass sich mit dem Leid anderer leicht Geld verdienen lässt.
  • Hauptamtliche konkurrieren gegen Ehrenamtliche.

 Die Akquise von Spenden ist zu einem Geschäftsmodell  geworden und  unseriös.

 Vereine sind zunehmend Klagen ausgesetzt, z. B. geht es um Markenrechte, Homepageformulierungen, Logos (Anwälte verdienen) u.v.a.m.

 Das finanzielle Risiko bei gerichtlichen Auseinandersetzungen trägt allein das ehrenamtliche Engagement und wird nicht thematisiert.

 Des Weiteren werden Finanzierungsanträge für Projekte nicht an „neuen Ideen“ aus der Gesellschaft angepasst und verändert. Finanzierungsstrukturen müssen von den Finanzgebern auf ihre aktuelle Effizienz überprüft werden. Stiftungen vergeben nach ihren eigenen Vorstellungen Gelder und dies entspricht nicht immer den gesellschaftlichen Notwendigkeiten.

 Kommen gemeinnützige Vereine, Verbände und Gruppen bei ihrer Tätigkeit in juristische Schwierigkeiten, ist keine Verantwortlichkeit seitens des Staates gewährleistet, obwohl eine Arbeit geleistet wird, die von Staat oder Kommune gefördert und unterstützt ist. Im Gegenteil bei derartigen Problemen sind die Gruppen und vor allem die handelnden Personen auf sich allein gestellt, tragen also das finanzielle Risiko,

Der Trend, dass es so viele „Projektruinen“ gibt, wird ebenfalls nicht hinterfragt.

 

Dritte-Sektor-Organisationen vertreten vor allem die Interessen der Bürger und Bürgerinnen. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zur gesellschaftlichen Integration, indem sie in der Not helfen und Lebensqualität sowie sozialen Zusammenhalt maßgeblich fördern. Es ist daher eine gesellschaftliche Notwendigkeit, diesen Sektor nicht nur in Sonntagsreden sichtbar zu machen und seine Bedeutung herauszustellen, sondern ihn unter den Schutz von Staat und Kommunen  zu stellen und ggf. auch Haftung zu übernehmen.

 

Hilde Rektorschek

Vorsitzende Bundesverband Deutsche Kulturloge e.V.

Dezember 2015